Die Ober-Beerbacher Kirche.

Kontakt: Küster John Scobie Tel. (0 6257) 8 4302,
Pfarrerin Angelika Giesecke Tel. (0 6257) 8 2794, Bernd Bickelhaupt, Tel. (0 6257) 8 5777

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Ober-Beerbacher Kirche

Die Kirche ist der Ort, an dem wir Gott besonders nah sein können. Gott ist überall und zu allen Zeiten für uns da, jedoch bietet sich die Kirche als Ort der Begegnung besonders an.
Im Gottesdienst hören wir in der Schriftlesung und in der Predigt, daß wir als geliebte Menschen seine Liebe weitergeben sollen.
In den Sakramenten, Taufe und Abendmahl, spüren wir die Nähe leibhaftig und uns ganz persönlich zugesprochen. Die Gemeinschaft mit Gott und mit anderen Christen ermöglicht und bereichert unser Glaubensleben.
Taufe, Konfirmation, Trauung, die Jubiläen und auch die Trauerfeier zeigen, daß Gott unseren Lebensweg begleitet und segnen möchte.
Die großen Feste des Kirchenjahres geben unserem Leben Rhytmus und Tiefe – und damit Halt und Geborgenheit in der Zeit.

Die Kirche als Gebäude

Unsere Ober-Beerbacher Kirche wurde etwa 1280-1380 erbaut. Es handelt sich um eine Chorturmkirche, bei der der Turm direkt über dem Chorraum liegt. Diese Bauweise ist eine Art Sparversion im Gegensatz zu den grossen Kathedralen, bei denen sich die Türme sich an der Westseite befinden, also am Eingang. Unsere Kirche ist eine der ältesten in Südhessen, deren mittelalterliche Ausgestaltung noch erhalten ist.

Die Wandbilder

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Wandbilder im Chorraum

Der Chorraum der Kirche ist mit Wandbildern geschmückt. Sie sind 1480-1540 entstanden. Sie wurden bei der Restaurierung in 1927 wiederentdeckt.
An den Wänden ist die Passions- und Ostergeschichte dargestellt, im Deckengewölbe befinden sich in den vier Feldern die Symbole der vier Evangelisten. In der Mitte, wo sich die vier Evangelisten-Felder treffen ist eine Wolke zu sehen, die Gott versinnbildlicht. Der Schluss-Stein des Gewölbes, direkt über dem Altar ist mit farbigen Ringen und in der Mitte mit einem schwarzen Punkt bemalt. Diese Gestaltung erinnert an das Auge Gottes.
Im Schiff ist ebenfalls ein Bild erhalten: An der Nordwand ist ein Bild von Christophorus, dem Träger des Christuskindes zu sehen. Durch die Empore und ein später eingefügtes Fenster ist das Bild nicht mehr vollständig erhalten.

Die Orgel

Orgelprospekt

Orgelprospekt

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Spieltisch (Manual mit Registern)

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Innenleben einer Orgel

Das Gehäuse der Orgel stammt aus dem Jahr 1696. Die Orgel wurde 1805 gebraucht von der Gemeinde Crumstadt im Ried gekauft. 1905 wurde durch die Orgelbauwerkstatt des Adam Eifert aus Stadtilm (Thüringen) ein neues, dem Stand der damaligen Technik entsprechendes Werk eingebaut.
Die Orgelpfeifen sind jünger, weil bis auf ein Register alle Orgelpfeifen 1917 vom Militärfiskus für Kriegszwecke beschlagnahmt wurden.
Das mechanische Werk der Orgel hat sieben Register:
Principal 8′
Salicional 8′
Bordun 8′
Flauto dolce 4′
Oktave 4′
Quinte 2 2/3′ und Octave 2′
Subbass 16′ (sowie:
Koppelzug Pedal-Manual)
1942 wurde ein elektisches Gebläse eingebaut, das die Orgel mit dem nötigen „Wind“ versorgt, so dass der vorhandene Zug „Calcant & Windablaß“ ohne Funktion ist.

Die Glocken

 

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Glocke „Glaube“. Durchmesser: 79 cm. Gewicht: 280 Kg. Ton:“c“.

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Glocke „Liebe“. Durchmesser: 66 cm. Gewicht: 170 Kg. Ton:“es“.

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Glocke „Hoffnung“. Durchmesser: 59 cm. Gewicht: 120 Kg. Ton:“f“.

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Historische Aufnahme von der Glockenweihe am 20. April 1950.

Hinweise auf eine Glocke gibt es schon in der ältesten, noch erhaltenen Kirchenrechnung von 1663. Dort wurde Geld „für Glockenschmiere“ ausgegeben. 1800 hatte die damals vorhandene Glocke einen Sprung und musste neu gegossen werden. 1917 wurden alle Glocken bis auf eine beschlagnahmt. Die 1922 als Ersatz angeschafften mussten dann im 2. Weltkrieg 1942 abgeliefert werden. Seit 1950 hat unsere Gemeinde wieder ein komplettes Geläut.
Unsere Drei Glocken heißen Glaube, Liebe, Hoffnung (Nach 1. Korinther 13, 13.), und wurden in der Glockengießerei Rinker in Sinn an der Lahn gegossen. Die feierliche Einweihung fand am 20. April 1950 statt.
Die Geschichte der neuen Ober-Beerbacher Glocken ist eine aus der „wilden“ Nachkriegszeit. Am 9. Januar 1942 wurden vom Nazi-Regime die beiden größten der 1922 gegossenen Glocken „enteignet“. Die kleinste Glocke durfte bleiben. Schon wenige Wochen danach, am 22. Februar ließ sich der damalige Pfarrer Sittel bei der Glockengießerei Rincker für neue Glocken vormerken. Nach dem Krieg verlor das Geld schnell seinen Wert. Immerhin konnte bis 1947 auf Umwegen das für den Guß benötigte Metall – 584 kg Kupfer und 146 kg Zinn – beschafft werden. Bis das Geld für den Guß beschafft war dauerte es noch bis 1950. Nachdem die drei neuen Glocken aufgehängt waren wurde die übriggebliebene kleine Glocke an die Gemeinde Neutsch verkauft, wo sie bis heute Dienst tut.